Verbündete für gerechte Lösungen
Die weltweite Zerstörung der Wälder braucht eine Antwort. Greenpeace ist überzeugt, dass die Lösungen dafür gerecht sein müssen – und dass sie die indigenen und lokalen Gemeinschaften vor Ort einbeziehen müssen. Wir haben solche Lösungen in einem Bericht für die Klimakonferenz in Belém vorgestellt. Anhand von Beispielen aus den drei größten Regenwäldern der Welt, dem Kongobecken, dem Amazonas-Regenwald und den Wäldern Indonesiens, zeigt der Bericht, wie indigene Gemeinschaften im Schutz des Waldes führend sind, sich als die wirksamsten Beschützer der Ökosysteme erwiesen haben. Sie dämmen Entwaldung ein und stellen verkommene Gebiete wieder her. Mit ihnen eine Allianz einzugehen, ist für den Erfolg entscheidend.
Ein neuer Angriff droht indes auf den indonesischen Wald – und er ist beispiellos: Die Regierung will eine Fläche fast so groß wie Großbritannien für die Landwirtschaft opfern. Nie zuvor mussten die Tiere des indonesischen Regenwalds einen derart umfassenden Angriff auf ihre Heimat fürchten. Diese Pläne sind eine direkte Bedrohung für das Klima, die Artenvielfalt und die Rechte indigener Völker. Greenpeace warnt vor den Folgen der massiven Abholzungen und fordert die Regierung auf, ihr Vorhaben sofort zu stoppen und einen nachhaltigen Plan zur Waldnutzung zu erstellen. Wir fordern einen sofortigen Stopp der Regenwald-Rodungen, mehr Transparenz. Nur so kann Indonesien seine Klimaziele erreichen und Orang-Utans, Sonnenbären und Sumatra-Tiger bewahren.
Klimakonferenz im Zeichen der Wälder
Vor der Klimakonferenz in Belém, wo die Rolle des Waldes betont wurde, alarmierte Greenpeace über schockierende Messergebnisse: Mitten im Amazonas-Regenwald atmen Menschen Luft ein, die stärker verschmutzt ist als in Metropolen wie São Paulo, London oder Beijing. Der Grund: die Waldbrände, die gelegt werden, um den Wald vor allem für Rinderweiden zu beseitigen.
Das haben neue von Greenpeace veröffentlichte Daten gezeigt. Gesundheitsschädlicher Feinstaub überstieg die von der WHO festgelegten Maximalwerte an mehreren Orten im größten Regenwald der Welt um das Zwanzigfache. Auf der Klimakonferenz preisen Lobbyist:innen des Agrobusiness sich als Teil der Lösung an. Die Regierungen müssen das Greenwashing durchschauen und handeln.
Der Traum vom größten Naturschutzpark Europas
In den Karpaten befinden sich einige der letzten alten Wälder Mitteleuropas, das Zuhause von Luchsen, Braunbären, Eulen und vielen anderen Tieren, die sonst verschwunden sind. Doch diese letzte Zuflucht wird kleiner: Jede Stunde wird in den Karpaten eine Fläche von fünf Fußballfeldern abgeholzt. Der Lebensraum für Luchs und Braunbär schrumpft. Und damit auch ein wesentlicher Beitrag der Region zum Kampf gegen die Klimakrise.
Doch Greenpeace hat eine Vision: Wir wollen in den Karpaten den größten grenzüberschreitenden Naturschutzpark Europas entstehen lassen. Basierend auf wissenschaftlichen Studien hat Greenpeace gemeinsam mit Waldökolog:innen eine Karte mit wichtigen Abholzungsverbotsgebieten erstellt. Das Ziel: 50.000 Quadratkilometer Wald mit anderen lebenswichtigen Gebieten zu bewahren, um Biodiversität und Lebensraum zu erhalten. Die Umsetzung soll über die EU-Biodiversitätsstrategie 2030 laufen, die auf mindestens zehn Prozent der EU-Landflächen unberührte Natur schützen soll.
Mit dem Rückhalt unserer Unterstützer:innen arbeiten wir weiter zielstrebig für die Erfüllung unseres Traums vom größten Naturschutzpark Europas.
EU-Kampf um Waldschutz
Viele haben es gemeinsam erreicht – einige wenige gefährden es: das EU-Waldschutzgesetz. Seitdem es 2023 nach harter Arbeit und Greenpeace-Mobilisierung beschlossen wurde, ist es den Angriffen konservativer Politiker:innen und Lobbys ausgesetzt. Sie sind sich für keine Desinformation zu schade, um ihre Profite zu sichern. Inzwischen wurde das Gesetz schon zwei Mal verschoben. Doch Greenpeace hält dagegen, um es zu retten.
Ob Jaguare im Gran Chaco, Orang-Utans in Indonesien, Gorillas und Waldelefanten im Kongo oder Wölfe und Bären in den Karpaten – sie brauchen uns alle. Wir stehen für die Wälder. Und gegen die Zerstörer und ihre Lobbys.
Mag.a Ursula Bittner, MBA
Waldschutzexpertin bei Greenpeace
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