Hitze dringt bis in Innenräume
Die Klimakrise ist längst in den eigenen vier Wänden angekommen. Messungen von Greenpeace gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur zeigen: Viele Gebäude in Österreich sind auf die steigenden Temperaturen nicht vorbereitet. In Wiener Wohnungen kletterten die Innentemperaturen während Hitzewellen regelmäßig über 27 Grad, in mehreren unsanierten Altbauwohnungen sogar über 30 Grad. Die Räume heizen sich rasch auf und kühlen nur langsam ab – für viele Menschen bedeutet das tagelang kaum Erholung von der Hitze.
Auch Schulen werden zunehmend zu Hitzefallen. Messungen in einem Wiener Gymnasium ergaben an 25 Tagen Temperaturen über 27 Grad in den Klassenzimmern, an bis zu 16 Unterrichtstagen sogar über 30 Grad. Unter solchen Bedingungen leiden Konzentration, Gesundheit und Lernerfolg der Schüler:innen. Gleichzeitig steigt ohne ausreichende Lüftung die CO₂-Belastung rasch auf kritische Werte.
Dass Hitze längst zum Alltag vieler Menschen gehört, zeigt auch eine begleitende Umfrage des Integral-Instituts im Auftrag von Greenpeace: Zwei Drittel der Menschen in Österreich geben an, dass es während Hitzewellen auch in ihren Wohnungen zu heiß wird, und vier von fünf spüren die körperlichen Folgen.
Greenpeace fordert daher eine Sanierungsoffensive für Wohnungen und Schulen. Klimafitte Gebäude bleiben länger kühl, verbessern die Lebensqualität und senken zugleich den Energieverbrauch – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig benötigen wir endlich ein starkes Klimagesetz. Genau das forderten wir mit einer symbolträchtigen Aktion am Stephansplatz: Wir ließen eine sieben Meter breite Eisskulptur mit dem Schriftzug „Zukunft“ in der Hitze schmelzen.
Historischer Sieg gegen Atomkraft
Der EuGH erklärt die Milliardenhilfen für das geplante ungarische AKW Paks II für illegal. Ein Wendepunkt: Steuergeld gehört in Erneuerbare, nicht in Atom!
Die Ära der fossilen Energien geht zu Ende, doch ihre Profiteure kämpfen mit allen Mitteln dagegen an. Wir lassen nicht zu, dass die Energiewende ausgebremst wird.
Jasmin Duregger, MA
Klimaschutzexpertin bei Greenpeace
Wiederaufbau in der Ukraine
Minusgrade, keine Heizung, kein Wasser, kein Licht: Das war der bittere Alltag, den unsere ukrainischen Kolleg:innen im vierten und härtesten Winter seit Kriegsbeginn bewältigen mussten. Schulen blieben geschlossen, der öffentliche Verkehr stand still und oft war nicht einmal genug Strom da, um einen warmen Tee zu kochen. Denn die russischen Angriffe haben das zentralisierte ukrainische Energienetz stark beschädigt. Der harte Winter in der Ukraine hat aber auch gezeigt, wie essenziell der Umstieg von fossiler und nuklearer Energie auf erneuerbare ist.
Denn während die ganze Ukraine fror, haben die Bewohner:innen unseres grünen Pilotprojektes in der ukrainischen Stadt Trostjanez warme und helle Wohnungen. Greenpeace hat den gesamten Wohnblock gemeinsam mit Partnern kurz vor dem Winter mit erneuerbaren Energien und einer Speicherlösung ausgestattet und damit auch ein Vorzeige- und Nachahmungsbeispiel für andere geschaffen. Oder die 13 ukrainischen Krankenhäuser, die dank unserer ukrainischen Kolleg:innen und Partner mit PV-Anlagen ausgestattet werden konnten. Damit sie auch rasch von ihrer grünen Energie profitieren, halfen Absolvent:innen des „Solar Women Power“-Lehrgangs von Greenpeace beim Installieren der PV-Paneele. Denn sie haben durch ihre Ausbildung das Rüstzeug mitbekommen, die Energiewende in der Ukraine voranzutreiben – Solarpaneel für Solarpaneel.
Harter Kampf gegen fossile Blockaden
Die COP30 im brasilianischen Belém hinterlässt ein bitteres Resümee: Trotz der drängenden Klimakrise blockierten fossile Lobbyinteressen einen verbindlichen Fahrplan für den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Das Ergebnis bleibt weit hinter dem Notwendigen zurück; konkrete Beschlüsse zum Waldschutz und zur Finanzierung blieben aus.
Doch zwischen Enttäuschung keimt Hoffnung: Rund 80 progressive Staaten – eine Allianz der „Willigen“ – bekannten sich trotz des schwierigen multilateralen Umfelds zu einem klaren Ausstiegspfad. Greenpeace war vor Ort, um als notwendiges Gegengewicht zu über 1.600 fossilen Lobbyist:innen aufzutreten. Unsere Expertin Jasmin Duregger und ihr Team kämpften in nächtelangen Verhandlungen für Klimagerechtigkeit und hielten den Druck der Zivilgesellschaft hoch.
Parallel dazu machten wir weltweit die Verursacher verantwortlich: In Österreich visualisierte Greenpeace mit einer elf Meter hohen Quittung die enormen Klimaschäden der OMV. Auch wenn die Konferenz schwach endete, ist unser Auftrag klar: Wir lassen nicht zu, dass Konzerne unsere Zukunft verspielen. Der Einsatz für die Klimawende geht weiter –
in den Verhandlungssälen und auf der Straße. Kein Land muss auf UN-Beschlüsse warten, um den fossilen Ausstieg jetzt entschlossen voranzutreiben.
Klimaschutz ist und bleibt das dringlichste Thema unserer Zeit. Greenpeace leistet ganz essenzielle Arbeit, etwa indem sie fossile Zerstörer entlarvt und zur Rechenschaft zieht, und ist eine der wichtigsten Kräfte im Kampf um das Klima.
Valerie Huber
Schauspielerin, Autorin und Aktivistin
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