Eine grüne Landschaft mit einer Herde von Hirschen, im Hintergrund Bäume und nebliger Himmel, überlagert mit dem Wort 'Biodiversität'.

Gemeinsam stoppen wir die Streusalz-Flut

Jeden Winter werden auf Österreichs Straßen über 350.000 Tonnen Streusalz verteilt. Für nur wenige Frosttage im Jahr zahlt die Natur einen hohen Preis: Etwa ein Viertel des Salzes gelangt direkt in die Umwelt und gefährdet dort ganze Ökosysteme.

Die Folgen für die Tierwelt sind verheerend. Besonders Hunde leiden unter schmerzhaften Reizungen und Entzündungen an den Pfoten. Wildtiere wie Füchse oder Dachse nehmen das schädliche Gemisch auf, was zu Magen-Darm-Problemen führen kann. Für kleine Vögel können bereits wenige Salzkörner tödlich sein. Auch unsere Bäume geraten unter massiven Stress. Das Salz blockiert die Nährstoffaufnahme über die Wurzeln, schädigt die Rinde und führt zu vorzeitigem Blattsterben – im schlimmsten Fall stirbt der gesamte Baum ab.

Mit der Kampagne „Weniger Streusalz, jetzt!“ hat Greenpeace gegen diese Gefahren mobilisiert. In unserer österreichweiten Analyse erhielten lediglich Eisenstadt und Klagenfurt ein „grünes Licht“, während Innsbruck, St. Pölten, Linz und Bregenz wegen ihres hohen Salzeinsatzes eine „rote“ Bewertung kassierten. Dabei beweisen Gemeinden wie St. Andrä-Wördern oder Attersee am Attersee, dass es auch anders geht: Sie setzen vorrangig auf mechanische Räumung und verwenden Salz nur noch gezielt an Gefahrenstellen.

Für Greenpeace ist klar: Die Bürgermeister:innen sowie Bund und Länder müssen den Einsatz von Streusalz auf ein absolutes Minimum reduzieren. Nur so können wir unsere Bäume, Tiere und unser Grundwasser dauerhaft vor schleichender Versalzung schützen.

Icon eines Pokals

Unser Einsatz wirkt! 

Das Jahr 2025 hat uns eindrucksvoll bewiesen, was wir erreichen können, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Greenpeace hat während der gesamten Regierungsverhandlungen Druck auf politische Akteur:innen ausgeübt, um zentrale Forderungen für den Umweltschutz im Koalitionspapier zu verankern. So haben wir erreicht, dass ein Zielpfad gegen Bodenverbrauch ab 2026 sowie die Ausweitung von Naturschutzgebieten zu deklarierten Zielen der Regierung wurden. Jetzt gilt es dafür zu sorgen, dass diesen Versprechen konkrete Taten folgen!

Hund mit Schild, das sagt "Bitte kein Streusalz!" in einer Stadtumgebung.

Grünere Städte für Österreich

Im Jahr 2025 legt Greenpeace Österreich erneut einen Schwerpunkt auf den Schutz unserer Böden – eine der wertvollsten und zugleich am meisten unterschätzten Ressourcen. Noch immer werden täglich zu große Flächen versiegelt. Dadurch gehen nicht nur fruchtbare Böden verloren, sondern auch natürliche Wasserspeicher und Lebensräume für Tiere wie Wildbienen oder Igel, die auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen. Besonders in Städten sind die Folgen deutlich spürbar: Versiegelte Flächen verstärken Hitzeinseln, es fehlt an Schatten und Kühlung, und bei Starkregen kann Wasser nicht versickern. Angesichts der immer stärker spürbaren Klimakrise brauchen unsere Städte dringend mehr Grün.

Gerade weil der Großteil der österreichischen Bevölkerung in Städten und städtischer Umgebung lebt, ist es entscheidend, wie wir diese Räume gestalten. Greenpeace hat aufgezeigt, wie unsere Städte aussehen könnten, wenn wir der Natur wieder mehr Platz einräumen: mit entsiegelten Flächen, Bäumen, Sträuchern und Grünräumen, die für Kühlung sorgen, Wasser speichern und Lebensraum bieten. Zahlreiche Studien belegen, dass mehr Natur in der Stadt nicht nur der Biodiversität und der Klimaanpassung dient, sondern auch die psychische Gesundheit und Lebensqualität der Bewohner:innen verbessert.

Vier Menschen halten ein großes Plakat mit der Aufschrift «Blumenwiese statt Betonwüste» vor einer Wand mit Graffiti. Das Plakat zeigt bunte Blumen und Gräser, Greenpeace-Logo.

Raus aus Grau! 

Aufbauend auf der erfolgreichen Kampagne des Vorjahres startete Greenpeace im Jahr 2025 die Initiative „Österreichs 9 Betonschätze – Raus aus Grau!“. Die Kampagne machte in allen Bundesländern auf Beispiele der Bodenversiegelung aufmerksam und richtete zugleich den Blick auf das Potenzial für Veränderung. Durch öffentliche Beteiligung wurden Orte ermittelt, an denen Entsiegelung und Begrünung den größten Mehrwert für Mensch, Tier und Klima schaffen würden. Ziel war es nicht nur, Missstände aufzuzeigen und politischen Druck aufzubauen, sondern auch konkrete Lösungen sichtbar zu machen.

Wann ist genug?! Wann ist genug für Einkaufszentren, Verkehrsflächen und Lagerhallen zubetoniert worden? Wann sind genügend Wiesen und Äcker mit Asphalt bedeckt worden? Wir brauchen endlich den Mut, der Natur wieder Raum zurückzugeben, statt ihr immer noch mehr zu nehmen. Wann ist genug?!

Nahaufnahme eines Mannes mit grauem Haar und Bart, im Hintergrund eine bunte Wand mit Sternen
Zwei große, turquoise farbene Anführungszeichen.

Robert Palfrader
Schauspieler und Kabarettist

„Bodenlose“ Preisverleihung

Die Gewinnerplätze der „Betonschätze“ wurden am 9. und 10. September in der Kunsthalle Exnergasse des WUK im Zuge einer interaktiven Ausstellung zu Boden- und Naturschutz präsentiert. Mehrere hundert Besuchende, darunter auch Journalist:innen und eine Schulklasse, konnten dort in die facettenreiche Welt des Bodens eintauchen. Der große öffentliche Andrang und die positiven Rückmeldungen bestätigten unseren Weg. Das konnten auch die politisch Verantwortlichen nicht ignorieren: Mehrere Gemeinden haben inzwischen angekündigt, die betroffenen Plätze begrünen zu wollen.

In unserer ‚Bodenlos‘-Ausstellung konnten sich Besucher:innen überzeugen: Wenn wir Grau in Grün verwandeln und der Natur wieder mehr Platz geben, schützen wir das Klima und schaffen lebenswerte Städte für Menschen und Tiere.

Junge Frau mit Brille und beige Hemd steht im Freien, Himmel im Hintergrund.
Große, stilisierte Anführungszeichen.

Melanie Ebner, MA
Expertin für Boden- und Naturschutz bei Greenpeace

Zwei junge Frauen diskutieren vor einem Ausstellungsdisplay mit Fotos und Text im Innenraum eines Museums oder einer Galerie.

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