Eine große Müllkippe mit vielen durcheinander geworfenen Kleidungsstücken und Abfällen, mit einer Person in rotem T-Shirt, die in der Mitte steht.

PFAS stoppen – für eine giftfreie Zukunft

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen), auch „Ewigkeitsgifte“ genannt, sind extrem langlebige Chemikalien, die sich in der Umwelt und im Körper anreichern und mit teils schweren Gesundheitsrisiken in Verbindung stehen. Sie sind unsichtbar, aber überall. Und obwohl die Gefahr dieser Gifte seit Jahren bekannt ist, passiert politisch viel zu wenig. Genau hier setzt unsere Kampagne an.

2025 haben wir das Thema PFAS in Österreich dort sichtbar gemacht, wo es Menschen direkt betrifft: im Alltag. Mit gezielten Tests, Recherchen und Medienarbeit haben wir gezeigt, dass PFAS nicht nur ein abstraktes Umweltproblem sind, sondern ein konkretes Gesundheitsrisiko. Von Fischen über Konsumgüter bis hin zu Kleidung haben wir offengelegt, wo diese Stoffe stecken und warum das nicht akzeptabel ist.

Dabei ging es uns nie nur um einzelne Skandale. Unser Ziel war größer: PFAS als gesellschaftliches Thema zu verankern. Wir haben erzählt, wie sich diese Chemikalien anreichern, nicht verschwinden und besonders für Kinder ein Risiko darstellen. Gleichzeitig haben wir deutlich gemacht, dass das Problem politisch lösbar ist, wenn der Druck aus der Gesellschaft groß genug ist. Das zeigen sowohl nationale Verbote in Frankreich oder Dänemark als auch die Debatte um ein umfassendes PFAS-Verbot auf EU-Ebene.

Unsere Kampagne steht noch am Anfang, aber eines ist klar: PFAS sind kein Randthema mehr. Der Druck wächst und wir werden ihn weiter erhöhen. Für sichere Produkte, sauberes Wasser und eine Zukunft ohne „Ewigkeitsgifte“.

Symbol einer Eizelle in einem rosa Kreis

Neue Wege der Mobilisierung

Mit der PFAS-Kampagne haben wir zudem einen neuen Weg des Engagements gestartet: digitale Mobilisierung. Unser Ziel war es, Menschen dazu zu bringen, sich aktiv an unseren Kampagnen zu beteiligen. Mit relevanten, klaren Aufträgen, die nahe an der Lebensrealität sind, liegt hier großes Potenzial.

Ewigkeitsgifte im Alltag sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis von Profitgier, fehlenden Regeln und fehlendem politischen Willen. Genau deswegen lassen wir nicht locker!

Nahaufnahme einer Person mit kurzen Haaren, Brille und gestreiftem Shirt vor einem bewaldeten Hintergrund.
Großes, pinkes Anführungszeichen vor schwarzem Hintergrund.

Mag.a Madeleine Drescher
Konsumexpertin bei Greenpeace

Eine Frau steht im Grünen, hält ein gelbes Plakat mit der Aufschrift "Ewigkeitgifte stoppen!" und trägt eine grüne Jacke, vor einem Wald.

Marktcheck: Verbotene Pestizide in Paprikapulver

Wie wichtig es ist, die Lebensmittel in den Regalen österreichischer Supermärkte genau zu prüfen, hat sich auch 2025 wieder gezeigt. Im Mai hat Greenpeace Paprikapulver – eines der beliebtesten Gewürze Österreichs – einem Marktcheck unterzogen und 13 Proben im Labor auf gefährliche Pestizide untersuchen lassen.

Die Testergebnisse waren alarmierend: In den 13 getesteten Paprikapulvern fand sich ein regelrechter Pestizidcocktail aus 37 verschiedenen Spritzmitteln. Zwölf Pestizide, deren Verwendung in der EU verboten ist, weil sie gesundheits- oder umweltschädlich sind, wurden nachgewiesen. Bei zwei Proben wurden die gesetzlich zulässigen Höchstwerte überschritten. Die in den Gewürzen nachgewiesenen Pestizide sind zum Teil krebserregend oder können unser Nervensystem schädigen. Außerdem sind sie extrem giftig für Bienen, Hummeln, Fische und viele andere Lebewesen im Wasser. Paprikapulver in Bio-Qualität schnitt hingegen deutlich besser ab, da diese Produkte nur geringfügig belastet waren.

Auch bei fünf weiteren Marktchecks hat Greenpeace biologisch hergestellte Lebensmittel besser bewertet, da sie im Vergleich zu herkömmlichen Produkten besonders umwelt- und klimaschonend sind. Zum Schutz der Gesundheit und der Natur sollte man beim Einkauf möglichst zu Bio-Lebensmitteln mit rein pflanzlichen Zutaten greifen. Der Marktcheck von Naturjoghurts hat gezeigt, dass es in den Supermärkten eine gute Auswahl an Joghurts aus Hafer, Soja und Co. gibt, von denen etwa die Hälfte auch in Bio-Qualität erhältlich ist.

Drei kleine Glas-Schüsseln auf weißem Hintergrund, jeweils gefüllt mit rotem, braunem und orangem Gewürzpulver.
Verschiedene Gewürze und Paprika in Packungen und Gläsern, Paprikaschote, Holzschale mit Paprikapulver, Salz, Pfeffer

Beim Marktcheck bewerten wir die Sortimente nach Öko-Kriterien und lassen Lebensmittel im Labor testen. Die Ergebnisse bei Paprikapulver zeigen, wie wichtig das ist: Lebensmittel mit gefährlichen Pestiziden müssen raus aus den Supermarkt-Regalen!

Nahaufnahme eines älteren Frauengesichts mit kurzen, grauen Haaren gegen einen unscharfen grünen Hintergrund.
Ein großes, pinkes Anführungszeichen auf schwarzem Hintergrund

Gundi Schachl
Leiterin des Greenpeace-Marktchecks

Junge Person in grüner Greenpeace-T-Shirt, die in einer grünen Pflanzenumgebung eine Milch im Glas hält und mit einem Löffel isst, lächelnd und nachdenklich schaubar.

Übersicht Marktcheck 2025

Diese Produkte hat Greenpeace im letzten Jahr getestet:

  • Jänner
    Grüne Pestos

  • März
    Naturjoghurts

  • Mai
    Paprikapulver

  • Juli
    Kartoffelchips

  • September
    Klopapier

  • Dezember
    Schweinefleisch

Supermarkt des Jahres 

Im Dezember kürte Greenpeace Interspar zum Supermarkt des Jahres 2025 – Billa Plus und Spar belegten ex aequo Platz zwei.

Hier geht’s zum Gesamtüberblick unseres Marktchecks
mit allen getesteten Produkten, Kriterien und Kaufempfehlungen.

Altkleider-Tracking: Wo gespendete Kleidung wirklich landet

Viele Menschen wünschen sich, dass ihre nicht mehr getragene Kleidung recycelt oder weiterverwendet wird. Deshalb sind Altkleidercontainer in Österreich besonders beliebt. Doch halten sie, was sie versprechen? Um genau das herauszufinden, hat Greenpeace Österreich neun Monate lang undercover mit GPS-Trackern recherchiert, was wirklich mit gespendeter Altkleidung geschieht. Das Investigativ-Team nähte in 20 Kleidungsstücke je zwei GPS-Tracker ein und spendete diese Kleidung bei sechs großen Altkleiderfirmen.

Das Ergebnis war ernüchternd: Die 20 Kleidungsstücke legten zusammen knapp 81.000 Kilometer zurück, was zwei Erdumrundungen entspricht. Sie verteilten sich weltweit. Acht Stück reisten quer durch Europa, drei gelangten bis nach Asien (Pakistan) und sieben landeten in Afrika (Elfenbeinküste, Tunesien und Kamerun). In Österreich sind nur zwei Stück geblieben, weil sie unmittelbar nach der Spende aus den Containern entwendet worden waren. Der Wunsch, etwas Gutes für die Umwelt und die eigenen Mitmenschen zu tun, geht im Fall von Altkleiderspenden also in den meisten Fällen nach hinten los.

Gleichzeitig zeigt unsere Recherche eindeutig, dass wir es hier mit einem strukturellen Problem zu tun haben. In ganz Österreich gibt es lediglich eine vollwertige Sortieranlage und keine einzige Recyclinganlage für Textilien. Dabei belastet der exportierte Textilmüll den Globalen Süden massiv. Greenpeace fordert deshalb ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz, um die Überproduktion einzudämmen, sowie verpflichtende Herstellerabgaben zur Finanzierung von Sortier- und Recyclinganlagen. Darüber hinaus muss dringend ein Exportverbot für Altkleider in Länder ohne funktionierende Abfallwirtschaft erlassen werden.

Eine junge Frau trägt ein grünes Greenpeace-T-Shirt und hält ein gelbes Banner mit der Aufschrift "Stoppt den Altkleider-Wahnsinn!" vor einem Postkästchen auf einer Stadtstraße.

Greenwashing durch Modeketten

Modeketten wie H&M und Mango schmücken ihre Filialen mit grünen Recycling-Boxen und erzeugen so den Eindruck, dass ihnen die Umwelt am Herzen liege. Die GPS-Daten von Greenpeace zeichnen jedoch ein ganz anderes Bild. Eine in Wien abgegebene H&M-Jeans reiste tausende Kilometer bis nach Karatschi in Pakistan und wurde dort vernichtet. Auch eine schwarze Jacke wurde höchstwahrscheinlich in einem Stahlwerk in Karatschi verbrannt. Ein Mango-Hemd endete in Deutschland, ein weißer Hoodie aus einer Mango-Sammelbox an der Elfenbeinküste. Das grüne Versprechen der Modeketten entpuppt sich somit als schmutzige Lüge.

Eine Person sitzt auf einem großen Müllhaufen aus Plastik und Abfällen unter einem bewölkten Himmel.

Wer Kleidung spendet, will nicht, dass sie tausende Kilometer weit reist und am Ende auf einem Müllberg oder in einem Stahlwerk im Globalen Süden endet. Unsere Kleiderschränke quellen über, während unsere Altkleiderberge die ärmeren Regionen der Welt überschwemmen.

Junger Mann mit Kurzhaarschnitt und dezentem Lächeln, stehender Hintergrund mit Bäumen in einem Wald.
Große pinkfarbene Anführungszeichen auf schwarzem Hintergrund.

Stefan Stadler, MSc
Wissenschaftlicher Experte des Greenpeace Investigativ-Teams

Mikroplastik auf Österreichs Gletschern nachgewiesen

Mikroplastik hat längst jeden Winkel unseres Planeten erreicht. Es findet sich in den Tiefen der Ozeane, in der Luft, im Boden und sogar im menschlichen Blut. Wie Greenpeace 2025 erstmals für Österreich nachgewiesen hat, ist es auch in unseren Gletschern vorhanden.

Greenpeace hat vier österreichische Gletscher – das Schlatenkees, das Schmiedingerkees, den Hallstätter Gletscher und die Pasterze – untersucht und in allen Proben Mikroplastik gefunden. Insgesamt wurden 13 verschiedene Plastikarten identifiziert. Selbst am kaum touristisch erschlossenen Schlatenkees wurden hohe Konzentrationen von Mikroplastik festgestellt.

Mikroplastik gelangt auf drei Wegen auf die Gletscher: direkt durch menschliche Aktivitäten wie Skifahren oder den Betrieb von Liftanlagen. Aus der unmittelbaren Umgebung etwa durch Gummiabrieb von Autoreifen, der bis zu 100 Kilometer weit verfrachtet werden kann. Oder über die Atmosphäre. Mikroplastikpartikel werden in Wolken mitgetragen und fallen mit Regen oder Schnee auf die Eisflächen nieder. Im Jahr 2024 haben Forschende nachgewiesen, dass Partikel auf diesem Weg eine Distanz von mehr als 1.000 Kilometern bis zu einem Gletscher zurücklegten.

Gletscher speichern Schadstoffe über Jahrzehnte und durch die fortschreitende Schmelze wird das eingeschlossene Mikroplastik freigesetzt. So gelangt es in Flüsse, Bäche und Trinkwasserquellen, wodurch Risiken für Wasserlebewesen, die Artenvielfalt und unsere Gesundheit entstehen. Damit ist Plastik Teil unseres Wasserkreislaufs geworden. Zum Schutz unserer Natur und unserer Gesundheit müssen endlich wirksame Maßnahmen zur Eindämmung der Plastikflut getroffen werden!

Ein Mensch steht in einem kleinen See in den Bergen und hält ein Angelrute, umgeben von grünen Hügeln und felsigen Landschaften, mit hohen Bergen im Hintergrund und einem blauen Himmel mit wenigen Wolken.
Ein pinkfarbener roter Spielzeugrobbe mit einem Raketenantrieb vor schwarzem Hintergrund.

Zöchling-Skandal geht in die nächste Runde 

Nach den Enthüllungen des Greenpeace Investigativ-Teams im Jahr 2024 wurde die Mülldeponie „Am Ziegelofen“ in St. Pölten geschlossen. Die behördlichen Untersuchungen im Folgejahr bestätigten die Greenpeace-Analysen. Mehr als 100.000 Kubikmeter Müll und hochgiftige Industrieabfälle wurden über Jahre hinweg illegal vergraben. Greenpeace erstattete daraufhin Strafanzeige – mit Erfolg: Der gesamte illegal vergrabene Müll muss wieder ausgegraben und nachbehandelt werden. Die Sanierung wird bis 2029 dauern.

Parallel dazu geriet eine zweite Zöchling-Deponie ins Visier der Behörden. Am Standort Kettlasbrunn werden mehr als 20 verschiedene Arten von Giftmüll behandelt und anschließend deponiert. Greenpeace war auch hier vor Ort, um die Bedrohung für die Umwelt sowie etwaiges Fehlverhalten der Betreiber:innen zu dokumentieren.

Eine Person in Schutzkleidung trägt ein Schild mit der Aufschrift 'Schutz für Mensch und Natur!' vor einer industriellen Abbaumine mit umfangreichen Anbauanlagen. Im Hintergrund sind Windräder auf einem Hügel zu sehen.

Von Konsum über Umweltgifte bis zum Klimawandel: Es ist wichtig, die Bevölkerung darüber zu informieren, was los ist. Es ist wichtig, dass Menschen vor Ort sind, die Umweltverbrechen effektiv verhindern.

Ein Porträt einer Frau mit blauen Augen und grauem Haar, die eine Brille auf dem Kopf trägt, vor einer weißen Wand.
Großes pinkfarbenes Anführungszeichen auf schwarzem Hintergrund

Lua Engelbrecht
Testamentsspenderin

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