Greenpeace gegen den EU-Mercosur-Deal
Das Jahr 2025 markierte ein weiteres Jahr der Konfrontation um den größten Freihandelspakt in der Geschichte der Europäischen Union. Für Greenpeace stand fest: Der Deal mit den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay und Bolivien) ist in seiner vorliegenden Form ein Relikt aus einer Zeit vor dem Pariser Klimaabkommen. Denn der Pakt schadet Klima, Natur und Landwirt:innen. Das gesamte Jahr über mobilisierten wir Ressourcen, um diesen „Giftvertrag“ zu stoppen, der Klima- und Naturschutzstandards massiv untergräbt.
Die inhaltliche Kritik verschärften wir unterdessen weiter: Im September veröffentlichten wir eine umfangreiche Recherche, die zeigte, dass Fleisch von einer illegalen Mega-Rinderfarm auf dem Gebiet der indigenen Naruvôtu im Amazonas systematisch „weißgewaschen“ und in die Lieferkette von Schlachthäusern eingebracht wurde, die auch nach Europa exportieren. Mit dem geplanten EU-Mercosur-Pakt sollen künftig noch mal 99.000 Tonnen Rindfleisch zusätzlich aus Südamerika in die Europäische Union importiert werden. Die Gefahr, dass Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich unwissentlich Rindfleisch aus illegalen Quellen kaufen, steigt damit deutlich an.
Verbotene Pestizide
Greenpeace deckt auf: EU-Konzerne exportieren Pestizide in die Mercosur-Staaten, die hier verboten sind. Die Chemikalien landen über Agrar-Importe wieder auf unseren Tellern.
Etappenerfolg am Jahresende
Bei der Abstimmung am 18. Dezember 2025, bei der die EU-Kommission und Staaten wie Deutschland und Spanien den EU-Mercosur-Pakt durchwinken wollten, gab es dann aufgrund des massiven Drucks von Umweltschützer:innen und Landwirt:innen nicht die erforderliche Mehrheit für den Pakt. Greenpeace feierte das als wichtigen Zwischenerfolg für den Schutz von Klima, Natur und Landwirtschaft.
Ich war bereits 2020 bei einer Greenpeace-Aktion gegen den Mercosur-Pakt und habe erlebt, wie professionell und lösungsorientiert dort gearbeitet wird. Heute sehe ich, wie viel Ausdauer es braucht, um Umweltschutz langfristig wirksam zu machen und über Jahre konsequent dranzubleiben.
Bernhard Grinschgl
Spender
Dürren werden häufiger
Die Klimakrise zehrt immer mehr an Österreichs Wasserreserven. Die Art der Niederschläge verändert sich. Es regnet seltener, dann aber besonders heftig. Dazwischen bleibt es aber länger trocken. Deswegen häufen sich Dürren bereits jetzt: Dürren, die früher alle zehn Jahre aufgetreten sind, gibt es jetzt bereits alle vier Jahre. Und bis 2050 könnte es in Österreich rund ein Viertel weniger Grundwasser geben, was Nutzungskonflikte zwischen Haushalten, Industrie und Landwirtschaft schürt. Bisher ist Österreich darauf nur ungenügend vorbereitet. Deswegen fordern wir einen Wasserschutzplan und zeigen konkrete Lösungen auf.
Grundwasser auf Tiefstständen
Im Juli 2025 untersuchte Greenpeace die Grundwasserstände in Österreich. Obwohl es im Juli viel regnete, waren die Grundwasserstände noch von den vielen trockenen Monaten davor gezeichnet. So zeigten Mitte Juli 60 Prozent der Messstellen einen niedrigen oder gar sehr niedrigen Grundwasserstand. Jede zehnte Messstelle lag sogar so niedrig wie Mitte Juli noch nie. Greenpeace bleibt für Sie im Einsatz, bis die Bundesregierung endlich eine starke Wasserstrategie beschließt, die dafür sorgt, dass auch in Zukunft noch genug Wasser für alle da ist.
Wassermenge in österreichischen
Flüssen seit 1977 stark gesunken
Im Jahr 2025 hat unser Experte 78.000 Messwerte von 18 wichtigen Flüssen in ganz Österreich ausgewertet, darunter etwa die Donau, die Mur oder der Inn.
Der Aufwand hat sich gelohnt, denn Greenpeace konnte damit einen erschreckenden Trend beweisen: In 15 der 18 untersuchten Flüsse fließt im Sommer heute durchschnittlich weniger – teils deutlich weniger – Wasser als noch vor dem Jahr 2000. Alleine die Donau hat im Untersuchungszeitraum so viel Wasser verloren, dass man damit die gesamte Mur nochmals befüllen könnte.
Die Ergebnisse der Untersuchung verbreiten sich im Sommer 2025 wie ein Lauffeuer und rütteln auf: Österreichs Wasserhaushalt verändert sich rasant, die Bundesregierung muss endlich handeln.
In Österreich sind wir es gewohnt, dass Wasser jederzeit aus dem Hahn fließt, doch auch bei uns wird das Wasser immer öfter knapp. Die Bundesregierung muss Österreich Dürre-fit machen. Nur so bleibt unser lebenswichtiger Wasserschatz für alle erhalten.
Sebastian Theissing-Matei
Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace
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